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Editorial

 

Der Platz einer Mutter ist inmitten der Gemeinschaft. In einer gesunden Gemeinschaft sind die Mütter das Zentrum. In der Mitte einer gesunden Gemeinschaft sind individuelle und kollektive Bedürfnisse vereint. Vor langer Zeit ist hier auf unserer Erde, zwischen den individuellen und den kollektiven Bedürfnissen eine große Spaltung entstanden. Der Geist hat sich von den Gefühlen und das Männliche vom Weiblichen, bis zu einem bestimmten Grad abgewendet. Der Geist will sich nicht von individuellen, egoistischen Negativgefühlen beherrschen lassen. Umgekehrt lässt sich auch die dunkle Seite unserer Natur nicht vom Geist beherrschen. Darum regiert die dunkle, weibliche Macht aus dem Verborgenen heraus mit totaler Radikalität diese Welt. Das Größere, dem die Menschheit heute dient, ist zur leeren Form, zur Einheitsnorm geworden. Wenige nur noch verstehen den tieferen Sinn, der darin liegt, das Individuelle, im Dienste an ein Größeres hinzugeben. Männer und Frauen finden nicht mehr zueinander, weil die dunkle Seite, die negativen Gefühle, oft eine zu große Macht ausüben.

Daß im gesellschaftlichen Spielfeld die kollektive Einheitsnorm den Individualismus bekämpft und umgekehrt, liegt am mangelnden Einblick in die Natur des Geistes. Weit verbreitetes Singledasein, alleinerziehende Mütter und ein allseits verflachtes Gefühls- und Sexualleben sind Ausdruck großer Resignation und Verzweiflung. Für viele Mütter bedeutet das, sich ohne eine emotional tragende Gemeinschaft oder männliche Unterstützung durchwursteln zu müssen. Nicht wenige Mütter sind quasi dazu gezwungen, in sich das zu entwickeln, was dem Kollektiv fehlt. Aber die Macht, eine Gesellschaft zu wandeln liegt seit jeher bei den Müttern. Alles beginnt bei den Müttern. Mütter gebären neues Leben. Sie haben von Natur aus keine andere Wahl, sie müssen sich an mächtige, tiefe Gefühle hingeben, bei der Geburt, in der Kindererziehung - nichts ist emotional so anspruchsvoll, wie die Aufgabe Mutter zu sein. Eine Mutter muß ihren Geist vollkommen leer machen können, damit sie alle Gefühle in ihrer ganzen Tiefe und Kraft, in totaler Hingabe willkommen heißen kann.

Gemeinschaft und eine liebevolle Beziehung zwischen Mann und Frau, sind erst dann wieder möglich,  wenn sich der männliche Geist leer macht und sich ohne Herrschaftsanspruch, dafür aber mit voller Präsenz, der weiblichen Seite, also den Gefühlen und den Körperempfindungen zuwendet. Eine Mutter, deren männlicher Geist sich, zu einem gewissen Teil von ihrem innersten weiblichen Wesen abgewendet hat, ist verloren. Entweder ist sie Opfer ihrer eigenen negativen Gefühle, oder aber sie ordnet sich einer kontrollierten Unterdrückung und der kollektiven Zwangsnorm unter. Unsere spirituelle Entwicklung ist nichts, was wir vom weltlichen Geschehen trennen können. Geist und Materie, Mann und Frau, Gesellschaft und Individuum, alles ist Gott. Es gibt nur Gott.