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Kunst

Peter Engelhardt

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Kunst und Liebe bedingen sich gegenseitig. Wo Liebe nicht lebt, kann Kunst nicht entstehen.
Als Symbol für diese beiden Grundpfeiler – Liebe und Kunst – steht in der abendländischen Astrologie die Venus. Die Venus steht auch für Weiblichkeit, die Anima und die schöpferische Energie – im Hinduismus die Shakti.

“Eine Vision sehe ich in lebendiger Klarheit vor mir:
Daß die Mutter aus alter Zeit wieder erwacht ist und verjüngt auf ihrem Thron sitzt - herrlicher als je zuvor. Verkünde sie der ganzen Welt mit der Stimme des Friedens und des Segens.”
(Vivekananda)

Die Energiefrequenz der Erde erhöht sich fortwährend. Indem sich immer mehr Menschen dieser neuen Energiefrequenz öffnen, kann die Göttin, die weibliche Schöpferkraft, wieder integriert werden. So ist es möglich, liebevoller und bewußter mit sich selbst, unserer Umgebung und der Erde umzugehen. 
Weil der weibliche Seelenanteil wieder mehr gelebt werden darf, wird es auch leichter, sich mit dem Ganzen verbunden zu fühlen und die eigenen Handlungen mehr und mehr aus diesem Gefühl der Verbundenheit mit allem heraus geschehen zu lassen. Kreativität durchdringt inzwischen auch Bereiche der Gesellschaft, wo noch vor Kurzem verhärtetes Dogma und trockenes Verstandesdenken regierten.

Lange Zeit galt Weibliches minderwertiger als Männliches (dieses patriarchale Weltbild besteht in großen Teilen noch bis in die heutige Zeit). Der weibliche Körper wurde und wird von vielen patriarchalischen Religionen als sündig-böse erachtet - die weibliche Komponente haben wir auch deswegen immer mehr von unserem Bewußtsein abgespalten, uns von ihr distanziert. Durch die Disharmonie von männlichen und weiblichen Seelenanteilen ist der Mensch mit seinem Bewusstsein zunehmend aus der Ganzheit in die "scheinbare" Trennung geraten (scheinbar deswegen, weil wir niemals wirklich getrennt sind - auch wenn es unserem Verstandesbewusstsein so erscheint). Die Auswirkungen dieses Ungleichgewichtes zwischen männlich und weiblich lassen sich direkt am Zustand unseres Planeten ablesen.

Der Mensch sucht die verloren gegangene Einheit - die Rückverbindung mit dem Göttlichen - seitdem er sich vom ALL-EINS durch sein Ich-Bewusstsein abgespalten hat. Die Erfahrung des Nicht-Getrenntseins, der Non-Dualität, kann nicht über den Verstand geschehen. Durch die Verbindung von weiblicher und männlicher Energie im Herzen – Yin/Yang, Shiva/Shakti – finden wir zu unserem Selbst, zu Liebe und Ganzheit zurück. Der Körper kann dazu ein wunderbares Werkzeug zur Erfahrung dieser Einheit sein, sofern wir ihn achten und wertschätzen und unser Bewusstsein auf ihn ausdehnen - ihn willkommen heißen und integrieren - die MATERie liebend integrieren anstatt beherrschen zu wollen.

 

Im Moment des Eins-Seins wird Wirklichkeit erlebt – ein kosmisches Geflecht, das weit über die Grenzen des menschlichen Verstandes hinausgeht (Tantra (sanskrit): Gewebe, Zusammenhang, Wurzel), im offenen Herzen aber als die Lebenskraft selbst erscheint.
Denken kann sich immer nur auf die zeitliche Ebene beziehen – ist also immer irreal. Die Wirklichkeit, die Mitte von allem, wird nur im Herzen wahrgenommen und erlebt. Bewußtsein und Energie sind dann nicht mehr zwei.

Vom Wahrnehmen dieser universellen Lebensenergie – der Shakti – der Begenung mit der Göttin - kündet letztendlich alle Kunst -
Von dem Berührtsein von der eigentlich unbeschreiblichen Schönheit der Erscheinungen der Lebenskraft, die in allen Ur-Religionen weiblich ist.

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Geburt – Blüte – Tod
Das dreigliedrige kosmische Urprinzip – das Schöpferische, das Bewahrende und das Wandelnde (Geburt – Blüte – Tod) - sind EINS.

Die rote, die weiße und die schwarze Göttin stellen als Symbol dieser untrennbaren Dreiheit LEBEN in seiner Ganzheit dar.
In der hinduistischen Tradition hat die Göttin sogar unzählige Gesichter und Namen.

Kunst ist immer auch die Sehnsucht nach dem Göttlichen – nach Gott, nach der Göttin.
Lange Zeit schon trennt sich der Mensch durch die Unterdrückung und Abspaltung der Anima, des weiblichen Seelenanteiles - im Innen wie im Außen – von dieser Schöpfer-Energie.
Die Wunden, die der Gaia, unserer Mutter Erde, in den vergangenen Jahrtausenden patriarchalischer Kultur dadurch geschlagen wurden, scheinen nahezu unheilbar.
Analog dazu die Wunden unseres weiblichen Seelenanteiles, unserer Anima.
Erst wenn wir der weiblichen Energie in uns wieder Gleichwertigkeit, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit verleihen, uns mit ihr wieder verbinden, kann Ganzheit, kann Heilung unseres Körpers, unserer Seele und unserer Erde geschehen.

Peter Engelhardt


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Eros und Kreativität
Kunst und Liebe bedingen sich gegenseitig. Wo Liebe nicht lebt, kann Kunst nicht entstehen.

Eros ist die Antriebskraft meines künstlerischen Schaffens. Eros IST kreative Urkraft, ist Lebendigkeit - durchströmt mich bis in alle Zellen meines Körpers.

Das Wunderbarste, was wir auf der Erde erfahren können, ist die weibliche Schöpfer-Energie – die Shakti. Sie manifestiert sich in allem Lebendigen – in Pflanze, Tier und im Menschen. Auch in scheinbar Totem – den Mineralien – und in den Elementen – Wasser, Feuer, Luft, Erde und dem Raum. So ist alles im Kosmos durchdrungen von Shakti.

Und ich kann sie im eigenen Körper spüren, wenn ich vor der Schönheit einer ihrer Erscheinungsformen erschauere – ein Vibrieren, das wie eine Welle von flüssigem Gold durch meinen Körper strömt. Beim Anblick von Schönheit – einer schönen Frau, dem Sternenhimmel oder eines Kunstwerkes. In diesem Moment fühle ich mich EINS mit dem unendlichen Raum  – löst sich meine Vorstellung, mein Gefühl von Getrenntsein auf.

Indem ich mich dem kreativen Prozess des Malens hingebe, mich dem Fluß der Energie öffne, bin ich selbst in Verbindung mit Shakti, der Lebensenergie (die niemals abwesend ist). Sie wirkt durch mich – und schafft manchmal Bilder von unergründlicher Schönheit – im Ausdruck der Augen, des Blickes einer Göttin oder den vibrierenden rot-rosa-violetten Wellen, die sie umfließen.

Die Energie der Göttin ist in jedem Pinselstrich, in jeder Farbe, in jedem Stern, in jeder Nuance.

 

„I am bewildered by the magnificence of your beauty and wish to see you with a hundred eyes...“     (Rumi)

 

Jedes Bild ist ein Akt der Liebe - eine Verneigung vor dem Göttlich-Weiblichen, vor der Kraft der Lebendigkeit. Es ist die Erfahrung von EinsSein.

Kunst und Liebe stehen einander sehr nahe. Beide können nicht „gemacht“ werden. Wir können uns ihnen nur hingeben und dadurch die Erfahrung eines Größeren – jenseits der Grenzen unseres menschlichen Verstandes machen.

Es ist das Berühren und gleichzeitig das Berührtsein und das Erfahren eines Größeren, das über die beiden Teile  - Liebender und Geliebter – Maler und Leinwand – hinausgeht.

 

„Sind Liebe und Liebender erst einmal eins geworden, sind beide beides, Gebender und Gabe“

(Rumi)

 

Die Schönheit des Anblicks und die Sehnsucht im Inneren fließen zusammen und finden ihren Ausdruck in meinem Medium „Farbe“ - verschmelzen in einem Augenblick mit dem Kosmos. Es sind dies  Momente des Nicht-GetrenntSeins, des Fließens im Raum. Ich empfinde sehr viel Dankbarkeit, das erleben und spüren zu dürfen.

 

„The experience of creativity is an entry into the mysterious. Technique, expertise and knowledge are just tools. The key is to abandon oneself to the energy that fuels the birth of all things. This energy has no form or structure, yet all the forms and structures come out of it. The important thing is to be open to what wants to be expressed through you.”
(Osho)

 

Wenn wir es zulassen, kann diese Energie der Göttin auch in die alltäglichen Handlungen unseres Lebens einfließen. Und dann können sich Dinge von großer Schönheit durch uns gestalten – in den verschiedenen Ebenen unseres Daseins – in unseren Beziehungen, in unserem Beruf – überall da, wo Menschen zusammenkommen und sich begegnen.

 

Peter Engelhardt

 

„Angesichts  von Schönheit findet immer ein Wiedererkennen statt, denn sie lockt uns hinaus in den Kosmos und löst die Bindung ans Ego auf. Wenn wir Musik hören oder vor einem Gemälde stehen, lösen wir uns auf - und unser Gefühl von Getrenntheit verschwindet.“
(Daniel Odier)

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Literatur, die mich inspiriert hat:

• Die Upanishaden, der Basis-Text der hinduistischen Tradition

• Die Lehre von Ramana Maharshi, Jiddu Krishnamurti und
anderen Advaita-Lehrern

• Alle Texte von Rumi, einem Mystiker in der Tradition der Sufi

• Die Lehre von Daniel Odier und Parvathi Nanda Nath

- Daniel Odier: “Tantra - Eintauchen in die absolute Liebe - Eine Initiation im Himalaya”, Aquamarin Verlag, Grafing 2005
- Daniel Odier: “Die Ekstase des Herzens - Der tantrische Weg zum Erwachen”,
Aquamarin Verlag, Grafing 2005
- Daniel Odier: “Tantra Yoga - Der Weg zur höchsten Erleuchtung”,
Diederichs Gelbe Reihe, München 2006

• Marko Pogacnik: “Die Tochter der Erde”, AT-Verlag, Aarau 2002

• Marko Pogacnik: “Die Landschaft der Göttin”, Diederichs, München 1993
 

weitere Infos: Die Göttin 

 


 

Gaia-Spirit Artikel